TARAPROCESS - Die Hingabe an das Lebendige

Es ist mir eine ganz besondere Freude, dass ich in diesem Jahr bei der Ausbildungswoche zur Tara-Process-Begleitung als Gastdozentin mitwirken darf. Vor zwei Jahren lernte ich Beatrix Pfleiderer, die den Tara-Process entwickelt hat, kennen. Viele Jahre hat die Medizinanthropologin das Geheimnis der Heilung in unterschiedlichen Ländern und Kulturen beobachtet. Daraus entstand eine Methode, die uns an die Wurzeln unseres Selbst führt, so zumindest habe ich es erlebt. Es ist das, was uns mit allem verbindet, das, was uns Sicherheit gibt und was wir durch diese intensive Körpertherapie erfahren können. Wer selbst in einem Heilberuf ist, dem könnte diese Methode eine wertvolle Bereicherung sein.
Ich bin sehr gespannt auf die Woche Ende Juni (in der Nähe von Anklam). Das Ausbildungsmodul mit dem Thema: "Heil(er) werden oder die Hingabe an das Lebendige" ist Teil des Trainings in TARA-Process Begleitung, das von Jutta Gruber, engster Mitarbeiterin der im vergangenen Jahr verstorbenen Beatrix Pfleiderer, konzipiert wurde und organisiert wird.
Wer noch interessiert ist, kann sich hier informieren.

Düsseldorfer Tage

Das waren abwechslungsreiche Tage! Bei schönstem Wetter wurde ich durch Düsseldorf geführt: Rheinufer, Hafen, Geschäfte, japanisches Viertel, Kneipengassen und buntes Treiben. Den besten Buchladen, den ich seit langem gesehen habe und in dem ich fündig wurde, war der Sternverlag.
Mein Kurs am Abend war ausgebucht, und ich fand es sehr inspirierend, soviel Offenheit und Neugier zu begegnen.
Ein krönender Abschluss war der Freitagabend im Tanztheater Pina Bausch. Es war faszinierend, wie sehr sich Pina Bausch durch ihre Tänzer/ Tänzerinnen ausdrückt, und diese wiederum durch sie. Eine grandiose Vernetzung zwischen Choreografin/Regisseurin und Tänzern/Schauspielern. Der Geist von Pina schwebte förmlich durch den Raum, für mich sichtbar, ja fast greifbar nahe. Ich würde sagen, das war Tanzkunst in ihrer höchsten Form.

raus aus dem Landleben

Wer auf dem Land lebt, sehnt sich manchmal nach einer Stadt. Ich bin also sehr gespannt auf Düsseldorf und Wuppertal (habe Karten fürs Pina Bausch Tanztheater!) und freue mich riesig auf die Menschen, die ich treffen werde.

zweimal jährlich - die professionelle Stimm- und Sprachreinigung!

Gestern wollte ich nur ganz unbedarft meine Freundin vom Zahnarzt abholen - und schon hatten sie mich am Wickel! Ob ich nicht eine professionelle Zahnreinigung haben wollte zum Schnäppchenpreis von 77 Euro! Ich antwortete, wenn ich länger als 5 Minuten den Mund offen halten muss, beiße ich zu. Und das nicht zu wenig. Und obwohl unsere Zahnarztpraxis durch und durch zu empfehlen ist, ich in den seltensten Fällen eine Andeutung von Schmerz dort durchzuleiden hatte, suche ich sie ungern mehr als einmal im Jahr auf.
Aber auf dem Heimweg überlegte ich, warum es eigentlich keine professionelle Stimm- und Sprachreinigung gibt? Zweimal im Jahr mindestens fur schlappe 77 Euro? Nicht nur, dass man weniger Halsschmerzen bekäme, es würde der Verrohung der Sprache vorbeugen, unnützliche bis schädliche Angewohnheiten beseitigen ( wie z. B. das Sch... Wort, oder, dieses in Mode gekommene, langezogene, fragende "okay", als Füllwort, wenn man keine Meinung hat, bzw. einem einfach die Worte fehlen), sowie manche dialektbedingten Stimmschönheitsfehler ausmerzen, die sowohl das Ohr beleidigen, als auch die Atmung und den Kehlkopf in schädlichster Weise beeinträchtigen!

Eine professionelle Stimm - und Sprachreinigung würde sogar Haltungsschäden positiv beeinflussen, denn wer klar zu sprechen versteht, nimmt intuitiv die richtige Haltung ein.
Ob ich meine Krankenkasse davon überzeugen kann, die Stimm - und Sprachreinigung in das Pflichtprogramm der Vorsorge aufzunehmen?

einander vertrauen

Nun bin ich wieder zurück von meiner kleinen "Tournee" in den Schwarzwald. Die Lesung zu Selma Stern war gut besucht und ich fand es, wie schon im letzten Jahr, sehr angenehm, dass ich ganz einfach und unkompliziert von Tobias und Barbara musikalisch wunderbar begleitet wurde. Das geht nur, wenn man sich gegenseitig vertraut. So war es auch dieses Mal wieder stimmig und atmosphärisch dicht.

Am Samstag ging es dann besonders lebendig zu. Mein Kurs hatte das Thema "Auf den Spuren der Erzählkultur". Wir vergessen oft über dem Alltag, dass wir voller Geschichten und Erlebnisse sind. Statt sie uns zu erzählen, sitzen wir vor dem Fernseher und denken, dort laufen die spannenden Dinge! Aber weit gefehlt!
Unglaublich, wieviel Spaß das macht, wenn Geschichten zutage kommen,die, aus dem Leben gegriffen, jeden Kinofilm toppen:
Ein Koffer, dessen Inhalt sich scheinbar magisch verwandelt hatte. Kühe, die im Begriff waren zwei schlafenden Frauen zu nahe zu treten. Ein Teddy, der heilsame Kräfte in sich birgt. Ein Kind, das im Handumdrehen das Herz seiner Oma verwandelt hatte. Und ein Geburtstag, dessen Vorbereitung gigantische Horrorvisionen hervorrief und schließlich doch ganz nach eigenem Maßstab verlaufen sollte.

Und auch hier spürte ich, wie gut es tut, wenn man einander vertrauen kann. In meinen Kursen sind es nicht die Tricks und Tipps, die am Ende die Qualität ausmachen, sondern vielmehr die Erfahrung, dass wir einander vertrauen können und dürfen. Vertrauen in sich selbst und Vertrauen darauf, dass auch alle andern um dich herum mit dir sind.

Das Geheimnis einer schönen Stimme


Wir benutzen unsere Sprechstimme unaufhörlich, jeden Tag, mal mehr, mal weniger. Viele von uns haben sogenannte "Sprechberufe". Damit sind nicht nur Schauspieler und Hörspielsprecher gemeint, sondern auch Lehrer, Berater, Dozenten, Verkäufer, Menschen, die Meditationen anleiten...
Mich wundert, dass so wenige ihre Stimme pflegen. Der Klang einer Stimme hat fast mehr Bedeutung, als jedes gesagte Wort.

Besonders bewusst geworden ist mir das vor zwei Jahren. Ein Buch war mir in die Hände gefallen. Als ich begann, es zu lesen, hörte ich eine Stimme. Ist es nicht immer so, dass man beim Lesen innerlich eine Stimme hört? Ja! Es ist die eigene Stimme, man hört sich selbst, so als würde man sich das Buch vorlesen.
Doch diesmal nahm ich eine andere wahr. Ich war hin und weg von dieser betörenden Stimme, die sich sanft, weich und wohlig in mir niederließ! Die gelesenen Worte wurden hörbar, mal zärtlich schmeichelnd, dann fragend und bestimmt, Gegensätze hoben sich auf, verwandelten sich in Bilder. Ich spürte in meinem Körper eine Welle von Glück und Bestätigung. Was da geschrieben stand, erfasste ich gar nicht mit dem Kopf, nein, es war wie eine eigene Erfahrung. Faszinierend!
Ich schrieb der Autorin. Sie antwortete, und wieder waren es geschriebene Worte, die für mich hörbar wurden. Wochen später lernten wir uns kennen. Als sie mir die Tür öffnete und ich zum ersten Mal ihre Stimme in der sogenannten Realität hörte, war sie mir schon längst altvertraut. In jedem Ton, jeder Silbe waren Erlebnisse gespeichert, ihre Erfahrungen wurden in feinen Schwingungen übertragen, sodass ich nicht nur hörte, sondern auch selbst miterleben konnte, was sie mir zu erzählen hatte. Ein Nachmittag, den wir zusammen verbrachten, so intensiv, als wären es Jahre gewesen.
Der Wohlklang ihrer Stimme begleitete mich später auch in verschiedenen Meditationen, die ich als besonders wertvoll empfand.

Was ist das Geheimnis einer schönen Stimme? Die Art und Weise, wie wir atmen und wie wir unsere Töne und Worte dem Atem anvertrauen, ist sicher ein Teil davon. Aber es ist auch und vor allem unsere Fähigkeit, durchlässig zu sein, um unseren Gefühlen Raum zu geben. Eine durchlässige Stimme verbindet. Sie transportiert Erfahrungen der Liebe, der Trauer, der Sehnsucht, der Freude und Begeisterung, der Wehmut und Verletzlichkeit. Es ist eine durch und durch menschliche Stimme, die uns berührt.
Es geht nicht um laut oder leise, um hoch oder tief. Es geht darum, bei sich selbst zu sein und sein Innerstes zu offenbaren.
Wer das wagt, klingt schön.
Und wer schreibt, wie er klingt, wird gehört.

Das Wunder von Klagenfurt


Auf den drei "Wegen zum See" wollte ich den Spuren von Ingeborg Bachmann folgen. Doch die ersten Tage am Wörthersee waren kalt und verregnet. Klagenfurt zeigte sich ziemlich kläglich, vor allem das Literatur Museum war eine große Enttäuschung. Ich hatte mir mehr davon versprochen, als ein paar Tafeln mit Lebensdaten und ein kurzes Filmportrait.
Im strömenden Regen spazierten Lone und ich noch zum Wohnhaus, wo die Bachmanns einst gelebt hatten.
Als am Mittwoch dann das Wetter besser wurde, konnten wir zum ersten Mal die schöne Landschaft genießen und kamen am Ende von einem der "Wege zum See" wieder zum Parkplatz, wo wir das Auto stehen gelassen hatten.
Mitten auf dem Weg lag etwas. Ein Hund? Nein, eine Jacke. Das nächste Auto wäre darüber gefahren, also hob ich sie auf. Niemand war in der Nähe. Ich dachte, ich hänge sie an ein Verkehrsschild, dann findet der Besitzer sie wieder, wenn er sie sucht. Wir wollten schon weiter, da sagt Lone zu mir: "Wir sollten sie nicht hängen lassen, da ist Geld drin!"
Ich sah sie fragend an, nahm die Jacke und schaute in den Taschen nach. Tatsächlich! In einem Briefumschlag steckten sage und schreibe 9500 €!!
Eine Weile standen wir da, überlegten, was wir tun sollten. Wir beschlossen, zur Polizei zu gehen, denn in mir bauten sich schon alle möglichen abenteuerlichen Geschichten auf, wie zum Beispiel, dass das Geld geklaut, oder sowas wie Lösegeld sein könnte, oder....
Der Polizist auf der Dienststelle hingegen nahm es gelassen:
"Do samma nied zuständig! Dös müßt's ihrs aufs Fundomt bringen. Ihr seids ehrliche Menschen, do steht eich an Finderlohn zu."
Also, Jacke wieder eingepackt und das Fundamt aufgesucht, wo wir nur mit Müh und Not einen Parkplatz bekamen. Das Amt hatte aber schon zu! Es wird ehrlichen Findern wirklich nicht gerade leicht gemacht. So fuhren wir also erstmal in unsere Ferienwohnung (übrigens die "Pension Wunder") und nahmen unsere Privatermittlungen auf. Lone fragte "nach oben". Wir bekamen die Information, dass der Besitzer des Geldes schon ganz verzweifelt sei und das Geld dringend heute noch brauche. Ein paar wenige Anhaltspunkte zu seiner Identität konnten wir aus dem übrigen Inhalt der Jackentaschen finden. Und Dank unserer Erfahrungen durch viele Krimis haben wir in Miss Marple Manier und mit Hilfe des Internets eine Telefonnummer herausfinden können. Ich rief also an und fragte den Mann am Ende der Leitung, ob er etwas verloren habe. Es folgte ein Aufatmen, detaillierte Beschreibung der Jacke und ihres Inhaltes und eine überschwängliche Dankesrede mit den Worten, dass es solche ehrlichen Menschen noch gäbe, sei nicht zu fassen. Und tatsächlich war es so, dass das Geld schon am nächsten Morgen eingezahlt werden musste, es also ganz gut war, dass wir selbst ermittelt hatten ;-)
Die Jacke wurde noch am selben Abend abgeholt und wir bekamen einen satten Finderlohn, der uns die restlichen sonnigen Ferientage versüßte.

Wo die Karawanken schwanken - Wie Lebenskünstler Urlaub machen

... Bericht folgt in Kürze!

Die Aussichten

So eine fantastische Aussicht kann man bei uns morgens beim Frühstück an einem Tag wie heute genießen! Da fällt es manchmal richtig schwer, sich auf Reisen zu begeben.
Aber da, wo ich die nächsten Tage verbringen werde, wurden mir auch schöne Aussichten versprochen. "Drei Wege zum See", wie Ingeborg Bachmann sie in ihrer Erzählung beschreibt, kann ich ausprobieren. Ich bin gespannt.

Blumen und Brot

Ich überlege, ob das, was wir "die kleinen Dinge des Alltags" nennen, nicht die eigentlich großen sind.

Sind wir alle in einem bösen Traum?

Wir leben in einer Gesellschaft, die fast nur noch Parolen von sich gibt. Je krasser (oder heisst es nun "grasser"?), desto besser.
Das Motto lautet: Ich will beachtet werden um jeden Preis. Es ist vollkommen egal, ob man auch verstanden wird, wichtig ist allein die Aufmerksamkeit. Aufmerksamkeit bringt Geld. Geld bringt Wohlstand. Wohlstand bringt Ansehen und Aufmerksamkeit. Hier bin ich! schreit es aus jeder Ecke. Nahezu alles, was man im Internet in den sogenannten "social networks" lesen kann, ist Werbung. Jeder hat etwas zu verkaufen, und wenn es die eigene Seele ist.
Was ich wirklich vermisse, ist eine Hinwendung zum Du, zum Gegenüber, zum Mitmenschen. Das, und nur das, verstehe ich unter Kommunikation. Verbundenheit, Verstehen wollen, Annäherung, Berührung. Wo ist das?
Wieso folgt auf jede Meinungsäußerung sofort eine andere? Warum fragt niemand: Wie meinst du das? Warum interessiert sich kaum einer für Beweggründe, für Hintergründe? Ich habe Angst vor diesem Tunnelblick mit dem so viele durchs Leben gehen! Was sehen sie am Ende des Tunnels? Etwa Licht? Das kann doch nur eine optische Täuschung sein!
Ich vermisse Gespräche. Ich möchte mit Menschen zusammen sein, die sich füreinander interessieren. "Wie denkst du darüber?" ist ein Satz, den ich lange nicht gehört habe, sehr lange. Und statt "Wie geht es dir" heißt es jetzt "Wie läuft's?" womit natürlich immer das Geschäftliche gemeint ist.
Den Mut zum Gespräch, zu einer persönlichen Hinwendung an einen anderen Menschen, haben viele von uns verloren. Statt einem Telefonat gibt es eine email, kurz und bündig und vor allem: unverbindlich! Persönliche Treffen werden nur dann vereinbart, wenn es auch "was bringt". Denn sonst hat man doch keine Lust, seine Zeit zu "verschwenden".
Und was am meisten schmerzt: die großen Bewusstseinswandler, die Lehrer und Lehrerinnen der "neuen Zeit", die, die das große WIR fordern, sie preisen auch nur ihre Kurse und Bücher in Newslettern an, fordern mich per Rundmail auf, eine positive Rezension zu schreiben, obwohl man sich persönlich kennt.

Ich hatte letzte Nacht einen beunruhigenden Traum: Menschenmassen standen auf der Straße, völlig erstarrt. Keiner sprach, keiner rührte sich. Nur ganz wenige, darunter ich, gingen durch die stumme, eingefrorene Menge ihren Weg. Ab und zu warnten mich flüsternde Stimmen "Geh nicht weiter, sie töten dich!" Ich ging trotzdem weiter. Doch dann gab es einen Knall. Ich sah Fahnen, Gleichschritt, hocherhobene Arme, hörte das Schreien der Menge. Und ich dachte: Wenn ich nicht wüßte, dass das ein Traum ist, würde ich mich umbringen.

Sind wir alle in einem bösen Traum? Sind wir der Mitmenschlichkeit beraubt und Sklaven von Geld, Ruhm und Ansehen geworden?
Werde ich getötet, wenn ich mich nicht der Menge anpasse, die nur laut schreit, wenn alle schreien?
Wir befinden uns in einem Traum. Es ist ein schlechter Traum, wenn er uns keinen Raum mehr lässt für Zärtlichkeit und Berührung, für eine Umarmung und einen Blick in die Augen.
Neulich sah ich in die kristallklaren Augen eines blinden Mannes und erkannte das Leuchten seiner Seele. In diesem Moment fragte er mich, ob er mich umarmen darf, denn auch er hatte mein Leuchten erkannt.
Das sind die Juwelen in meinem Leben, das ist es, wofür ich hier bin, warum ich jeden Tag aufs neue frage:
Wo bist du?
Klopf an.
Ich warte auf dich.

Artesanos - Das Leben wie ein Künstler gestalten

Wenn du über eine Stunde Zeit hast, Untertitel dir nichts aus machen und du wissen willst, wie du den Lebenskünstler in dir findest, dann breite deine Flügel aus:
Es geht los!


Für alle, die ihr Bestes zum Wohle aller geben.
Danke an Newslichter für den Hinweis!